Veröffentlicht in Creative, Mika

#15 Mika I

Hier mal wieder was Neues …. ist ja nicht so, als hätte ich nicht genügend Ideen, die ich mal fertig schreiben sollte… 🙂 🙂 😉

Er wollte, dass sie ihn fand.

Zwei Jahre lang hatte sie gebraucht, um so etwas wie eine Spur zu finden. Versucht, seine Gedankengänge nachzuvollziehen und dabei gemerkt, dass sie zu lange von ihm getrennt gewesen war. Das Leben hatte sie verändert, warum nicht also auch ihn?

Schließlich hatte sie sich dazu entschlossen, jede Stadt, die sie gemeinsam besucht hatten, abzuklappern. Jedes Mal, wenn sie einen weiteren Namen von der Liste strich, war sie frustriert. Besonders, da sich die Liste in den ersten Monaten rasch verkürzte.

Mit dem Wissen, dass es die letzte Stadt war, war sie vor zwei Wochen ins Flugzeug gestiegen. Wenn sie ihn hier nicht fand… Doch ihre Sorgen, die sie auf dem 14-stündigen Flug hatte, verflogen, sobald sie ein Fuß auf die sonnengewärmte Erde setzte. Der Ort schrie mit jeder Faser seines Seins danach, dass er hier war. Niemand konnte so eindeutige Spuren hinterlassen, die man dennoch missverstehen konnte.

Sie hatte sich das Apartment nahe der Brücke angemietet, weil sie glaubte, dass sie dennoch lange brauchen würde, um ihn wirklich zu finden. Selbst, wenn sie wusste, dass er sich hier aufhielt, hieß das noch nicht, dass sie ihn auch wirklich fand. Es hatte mit viel Glück zu tun, dass sie nicht besaß.

Und dann war doch er derjenige gewesen, der es nicht hatte abwarten können.  Der ihr eine, in viele kleine Einzelteile zerbrochene, Nachricht hinterlassen hatte.

Triff mich in der Neumondsnacht auf der Brücke.

Es hatte nur ein Blick in die Tageszeitung benötigt, um zu wissen, welche der vielen Brücken in der Stadt er meinte. Denn es gab nur eine Brücke, die um diesen Tag herum für Fußgänger und Autofahrer gesperrt war.

Ironischerweise befand sich ihr Apartment nur ungefähr 15 Minuten von der Brücke entfernt. Durch eine Stadt, die an diesem Abend, in dieser Nacht nicht stiller sein konnte. Deren Lichter für eine Nacht wie ausgelöscht waren. Die nicht verlassener wirken konnte, wie in diesem Moment.

Das einzige, was sie auf ihrem einsamen Marsch begleitete, war der stille und kühle Wind, der ihre Figur umschmeichelte und ihre Kleidung an ihrem Ende leicht hochhob. Der tröstend und sanft zugleich war, dennoch aber etwas ganz Großes ankündigte. Sie roch bereits den Regen, der in den schweren, tief hängenden Wolken war, die der Wind mitbrachte. Er konnte jeden Moment auf sie herniedergehen, doch schien er auf irgendetwas zu warten.

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