Veröffentlicht in DailyLife, Schule

#21 Lerngewohnheiten

Hier mal wieder ein bisschen was aus meinem Schulleben 🙂

Hauptsächlich, wie der Titel es schon sagt, geht es darum, wie ich lerne und ein bisschen auch darum, warum ich so lerne.

 

Von dem Moment an, da ich meinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hatte, stand eigentlich für mich fest, dass ich mein Abitur nachmachen würde. Als ich im Oktober 2015 mich in einem emotionalen Tief befand, erinnerte ich mich wieder an diesen Entschluss. In den 7 Jahren davor war er einfach irgendwann untergegangen, warum auch immer. Aber es war das Rettungsseil, nach dem ich griff.

Wenn man so eine Entscheidung, wie ich trifft, nach 3 Jahren Ausbildung und 4 Jahren arbeiten wieder Vollzeit in die Schule zu gehen, sollte man sich das wirklich gut überlegen. Das Handtuch zu werfen ist das letzte, wirklich das allerletzte, das man tun sollte, wenn man unzufrieden mit der Arbeit ist.

Ich habe es nicht gemacht – nur aufgehört, mich selbst kaputt zu machen. Ob man die richtige Entscheidung getroffen hat, erfährt man erst, wenn sie ihre volle Wirkung gezeigt hat. Auch, wenn ich mir immer mal wieder Gedanken mache, wie es ab Juni 2017 weitergeht – jetzt geht es mir viel besser.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass so ein Schritt nur zum Erfolg führt, wenn man sich selbst kennt und weiß, was man erreichen kann. Denn jeder kennt das doch… irgendwann gewöhnt man sich an das ‚einfache‘ Leben als Schüler und tut immer weniger für die Schule.

Bevor die Schule Ende August angefangen hat, habe ich mir ein Ziel gesetzt: das Abitur mit einem Durchschnitt von 2,5 oder besser zu bestehen. Dafür wollte ich aber jetzt nicht unendlich viel lernen.

Das letzte Mal, dass ich die Schulfächer hatte, waren 7 oder 4 Jahre her. Jeder kann sich vorstellen, wie schwierig das ist, in manchen Fächern also wieder einzusteigen.

Mein Problem bei dem ganzen war, dass ich eigentlich nie gelernt habe, zu lernen. Und hier wusste ich, dass ich mich echt hinsetzen und lernen muss. Ich hab‘ eigentlich immer einen 2 Komma nochwas Schnitt gehabt, ohne wirklich etwas zu tun (kommt halt davon, net aufs Gymnasium gewechselt zu sein 🙂  ). Das hat mir vollkommen gereicht. Das gleichzeitig war aber ein Ansporn, jetzt nicht schlechter zu sein.

 

Ich kann jedem nur empfehlen, dass er sich feste Lernzeiten einrichtet. Es bringt nichts, wenn du dich jeden Tag hinsetzt und versuchst, zu lernen. Das macht irgendwann kein Spaß mehr und du hast keine Freizeit und dementsprechend bald keine Motivation mehr.

 

Wenn ich von der Schule komme, esse ich erst einmal eine Kleinigkeit, bevor ich noch am gleichen Tag die Hausaufgaben mache, die wir aufbekommen haben. Das hat zwei Vorteile: 1. Du vergisst die Hausaufgaben nicht, 2. Hast du noch die Erklärungen des Lehrers im Kopf, wie du die Aufgabe lösen sollst und machst weniger Fehler.

Am Wochenende, meist Samstagsnachmittag, setze ich mich dann hin und „wiederhole“. Bei diesen Lernsessions, wie ich sie gerne nenne, konzentriere ich mich vorrangig auf das Fach, in dem wir zuerst eine Arbeit schreiben. Schreibe wir z.B. am 01.01. Mathe und am 06.01. Englisch, schaue ich mir zuerst Mathe an, dann Englisch usw.  Meist fasse ich den Stoff, den wir im Unterricht behandelt haben, zusammen und mache einige Übungsaufgaben (die aber nur direkt vor der Arbeit :)).

Besonders in Rechnungswesen hilft das Zusammenfassen ungemein. Für die Arbeiten ist das immer ziemlich viel Stoff zu lernen und das erst kurz vor der Arbeit anzufangen wäre buchstäblicher Mord.  So hat man schon Wochen vorher immer ein kleines bisschen gemacht, sich dabei auch noch auf die nächste Unterrichtsstunde ein wenig vorbereitet und muss vor der Arbeit nur einen Blick ins Heft werfen, wo die wichtigsten Punkte enthalten sind.

 

Bei den Lernsessions achte ich darauf, dass sie in einer Zeit liegen, in der ich relativ ungestört arbeiten kann. Um nicht übermäßig lang und damit unproduktiv am Schreibtisch zu sitzen, habe ich mir es angewöhnt, kurz vor dem Lernen eine Waschmaschine einzuschalten.

Meist ist sie genau zu dem Zeitpunkt fertig, wenn ich gerade mal eine Denkpause brauche oder mich einfach bewegen muss.  Während man Wäsche aufhängt und eine neue Maschine anstellt, kann man wunderschön abschalten 🙂 Außerdem kann man so das lästige (Wäsche waschen) mit dem Nützlichen (Lernen) verbinden, ohne, dass du das Gefühl hast, gerade gerne etwas anders machen zu können, wie Wäsche aufzuhängen.

 

Okay, ich gebe zu, lernen ist auch nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Aber stellt euch vor, ihr seid mitten in einer spannenden Szene in einem Buch, das ihr gerade lest – und dann meldet sich die Waschmaschine. Also ich will da lieber beim Lernen gestört werden, wie beim Lesen…

 

Es kommt von Woche zu Woche an, ob ich die Zeit der zweiten Waschmaschine wirklich brauche – was auch davon abhängig ist, ob ich in den nächsten Wochen Arbeiten schreibe oder die gerade hinter mir liegen. Aber ich finde, dass ich viel produktiver bin, wenn ich mich einmal die Woche für maximal 3 Stunden zum Lernen hinsetze oder aber irgendwie jeden oder jeden zweiten Tag. Das funktioniert einfach für mich – ob es auch für andere gilt, muss jeder für sich ausprobieren.

 

Einen weiteren Vorteil hat dieses kontinuierliche Wiederholen des Stoffs noch. Wenn man, so wie ich morgen, dann eine Arbeit schreibt, kann man sich an viele Dinge direkt erinnern, wenn man den Lernzettel durchliest. Dann kann man sich auf die Passagen konzentrieren, die man nicht so gut kann. Fängt man erst wenige Tage vor der Arbeit an (was besonders problematisch ist, wenn man mehrere Arbeiten innerhalb von 10 Tagen schreibt), dann ist man oft zu gestresst und genervt, um den gesamten Stoff seit der letzten Arbeit ernsthaft zu lernen. Vor allen Dingen prügelt man sich dann den ganzen Stoff einfach ein – ohne, dass er wirklich hängen bleibt.

 

Aber ganz wichtig, wenn ihr lernt: vergesst die Pausen nicht!!!

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3 Kommentare zu „#21 Lerngewohnheiten

  1. Hallo! Ich finde deinen Blog wirklich toll! Ich war bis vor einem halben Jahr auch noch „Schülerin“ und bin jetzt duale Studentin, deshalb kann ich deinen Struggle total nachvollziehen. 🙂 Ich habe mir Auszüge aus deinen anderen Blogeinträgen angesehen und finde auch, dass du sehr talentiert bist, was das Schreiben angeht! Ich bin wie du auch eine leidenschaftliche Schreiberin! Liebe Grüße, Julia

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