Veröffentlicht in Creative, Unsortiert

#33 – Mein Dauerprojekt

Die heutige Frage in der „31 Tage Autorenwahnsinn – Challenge“ hat mich auf die Idee gebracht, mal eine Szene aus meinem Dauerprojekt zu teilen.

Bei meinem Dauerprojekt handelt es sich um eine Trilogie, die ich zu 90% geschrieben habe, aber erst zu 5% oder so überarbeitet ist(durch den Plot im 3. Buch ist eine sofortige Überarbeitung leider erforderlich geworden 😦 ). Ich schreibe an ihr seit 2011 und fange mindestens einmal im Jahr mit der Überarbeitung an, stoppe dann aber irgendwann wieder, da es eine Trilogie à la „Game of Thrones“ ist. Mit vielen vielen Handlungssträngen 😉

Naja, hier ist jedenfalls eine Szene und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! Was haltet ihr von dieser Szene?

Der durchdringende Schmerz in seinen Augen brachte Kazuma dazu, seine Brille abzusetzen und sich die Augen zu reiben. Eigentlich hatte er nicht das Gefühl, so lange daran gearbeitet zu haben. Doch ein Blick auf die Uhr an seiner Wand über dem Computer sagte ihm, dass er schon seit mehr als acht Stunden an dem Programm saß und noch immer nicht den Code dafür geknackt bekam.  Kein Wunder, dass seine Augen so müde waren. […]

Regen setzte ein und prasselte gegen das Fenster hinter ihm. Fast im selben Moment klingelte sein Handy und erleuchtete ein Teil der Fensterbank. Kazuma stand auf und griff nach dem Handy.

„Kazuma, bist du das? Komm in meine Bar. Sofort!“, sagte Jim, kaum, dass er abgehoben hatte. Er ließ Kazuma keine Gelegenheit, zu antworten, hatte er doch das Telefonat wieder beendet.

Warum rief Jim ihn an, wenn er wusste, dass er mindestens 20 Minuten zu ihm brauchte? Klar, er war einer der Stammgäste, aber eigentlich kehrte er nur dort ein, wenn er bei Kaden gewesen war oder mit diesem zusammen. Doch egal was es war, es schien wichtig zu sein.

Deshalb schnappte er sich seine Lederjacke vom Harken und die Schlüssel zum BMW, der in seiner Garage stand. Mit dem dauerte es nicht lange, bis er die Gestalt von Jim im Licht der Laterne, die vor der Kneipe stand, sah. Seine Hände zitterten, als er an der Zigarette zog.

„Was ist los, Jim? Warum hast du mich angerufen?“, fragte Kazuma, nachdem er ausgestiegen war. Den Schlüssel ließ er einfach stecken, hier in der Gegend kannte ihn jeder und wusste, was für ein Ärger er bekommen würde, wenn er ein Stammgast von Jim verärgerte.

Jim nickte nur zu seiner Kneipe ein. „Kümmer‘ dich bitte um das Chaos da drin.“

„Was für ein Chaos?“, fragte Kazuma und schaute an ihm vorbei. Die Kneipe hatte Flügeltüren, die aufschwangen, sobald man einen halben Meter vor ihnen stand. Der Scanner, der dafür zuständig war, zählte jeden Gast, der hier rein und rausging und registrierte auch gleichzeitig, ob einer der Gäste sich verstohlen rausstehlen wollte, ohne bezahlt zu haben.

Jetzt hatte einer der Glasscheiben einen Riss, der sich über die gesamte Scheibe zog, während die andere zersplittert war. Als ob jemand etwas Schweres dagegen geworfen hatte. Von dem Anblick irritiert, wartete Kazuma, bis die verbliebene Tür aufschwang.

In der Kneipe herrschte ein Halbdunkel, wie er es von ihr kannte. Man stieß an die Tische und Stühle, die hier überall standen, wenn man nicht aufpasste. Besonders, wenn in der Bar geraucht wurde. Jetzt konnte er in dem Halbdunkel ein Trümmerfeld erkennen. Nichts war mehr da, wo es sein sollte, die Stühle zersplittert, zerstreut. Die Tische umgekippt, das Holz ausgerissen. Glasscherben lagen überall auf dem Boden. Selbst der lange Spiegel hinter der Theke, auf den Jim so stolz gewesen war, hatte Risse. Es sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Als er seinen Blick auf die Person richtete, verstand er, warum Jim ausgerechnet ihn angerufen hatte. Inmitten dieses Chaos‘ stand Kaden. Seine langen Haare fielen ihm ins Gesicht, sodass er den Ausdruck darauf nicht erkennen konnte. Doch die Haltung seines Körpers, die herunterhängenden Schultern sagten eigentlich schon alles. Er sah aus wie ein Kind, dem man sein Spielzeug weggenommen hatte.

Das Chaos war durch einer von Kadens Wutausbrüche entstanden. Kazuma wusste nicht, wie oft er einen solchen schon mitbekommen hatte, doch der hier übertraf alles. Er wusste nicht, woran es lag, dass Kaden so plötzlich sein Wesen änderte, doch jedes Mal erschreckte es ihn, wozu er fähig war.

Hinter ihm gingen die Türen mit einem leichten Zischen wieder zu, was Kaden dazu brachte, aufzuschauen. Selbst in dem Halbdunkel sah Kazuma, wie Tränen Kadens Wangen hinunterliefen. Der Schnitt an seiner Stirn, aus dem Blut trat. Ein Bild, das gar nicht zu dieser zerstörerischen Wut gehören konnte, die hier in der Kneipe gewütet hatte.

„Lass uns nach Hause gehen, Kaden“, sagte er halblaut und drehte sich um. Sah dabei die verängstigte Bedienung, die sich langsam hinter der Theke wieder hochrappelte.

Jim zündete sich mit zittrigen Fingern gerade die nächste Zigarette anzündete, als er zu ihm trat. Kazuma schob ihm eine Visitenkarte in die linke Hemdtasche. „Schließ deinen Laden für einige Tage und besorg dir neue Möbel. Die Rechnung für all das schickst du an die Adresse auf der Visitenkarte.“

„Ich kenne Kaden, seit er hier wohnt“, stammelte Jim. „Kenne seine Wutausbrüche, doch dieser… Was ist ihm bloß wieder fahren? Einer der Frischlinge, die hier neu in der Stadt sind, wollte sich mit ihm anlegen. Schon beim Eintreten sah er schon so aus, als würde er jeden Moment die Kontrolle über sich selbst verlieren oder losheulen. Zuerst wollte er ihn schlagen, doch dann hat er ein Glas genommen und es durch die Eingangstür genommen. Ich hab dann alle sofort herausgeschickt…“

Jim verstummte, als die Tür hinter ihm aufging und Kaden, mit seinem Schal in der Hand, aus der Bar trat. Einen Moment erschrak er, bevor er meinte: „Ich nehme es dir nicht übel, Kaden. Du kannst jederzeit wiederkommen.“

Doch der ignorierte ihn, öffnete nur die Beifahrertür seines schwarzen BMWs.

„Wir sprechen uns noch, Jim“, durchschnitt Kazuma die seltsame Atmosphäre und öffnete die Fahrertür. „Danke nochmal … für den Anruf.“

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