Veröffentlicht in 31 Tage Autorenwahnsinn, Caollaidhe, Creative, Unsortiert

31 Tage Autorenwahnsinn – Tag 18

Heutige Aufgabe: „Heute wollen wir ein Zitat aus deinem ersten Manuskript lesen!“
Alternative: Sollte dein aktuelles Manuskript dein erstes Manuskript sein,
dann poste daraus einen Auszug!

(Achtung: neue Idee!)

Da verweise ich mal auf meinen Beitrag von gestern Nachmittag 😉

Spaß beiseite 🙂 Für heute habe ich mir eine Szene aus einer Idee herausgesucht, die selbst meine beste Freundin selbst noch nicht kennt! Eine kleine Premiere also. Sie stammt von der Idee „Caollaidhe“, aus der ich am Tag 12 bereits einen Abschnitt geteilt habe. Hier also mal ein weiterer Auszug…

Viel Spaß beim Lesen 😉

~~~

„Guten Abend verehrte Damen und Herren“; begrüßte Rayk die Runde. „Als neuer Tanzlehrer an der Aragon Akademie habe ich mich dazu entschlossen, in diesem Jahr eine Art ‚Prüfung’ für die Schüler und Schülerinnen meines Kurses einzuführen. So ein Maskenball bietet die perfekte Gelegenheit, das, was in den letzten Wochen und Monaten gelernt wurde, anzuwenden. Gleichzeitig sollen meine Schüler auch Praxiserfahrung erhalten.“

Rayk trat ein Stück zur Seite, damit alle einen guten Blick auf die Listen hatten, die an einer Pinnwand, die jetzt enthüllt wurde, hingen. „Mehr als 30 Schüler und Schülerinnen haben sich bereit erklärt, zweimal in der Stunde einen Tanz mit ihnen für einen guten Zweck zu versteigern. Auf den Listen hinter mir seht ihr, für welche Tänze die einzelnen Schüler gebucht werden können und wo das Startangebot liegt.

Das jeweils höchste Angebot gewinnt; die jeweiligen Spender werden dann über die Lautsprecheranlage ausgerufen. Der erste Tanz der Startnummern 01-16 wird um 19.30 Uhr versteigert. Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin viel Spaß.“

„Möchtest du dich schon mal warm tanzen?“, fragte Nael, der plötzlich neben mir auftauchte.

Wir waren zusammen zur Spendengala in den Ballsaal gegangen, doch hatten uns irgendwann aus den Augen verloren. Obwohl hinter einer Maske verborgen, war vielen Schülerinnen direkt klar gewesen, dass Nael kein Schüler, aber ebenso kein Spender war. Da er in unserer Begleitung gekommen war, war er zudem für viele die ideale Möglichkeit, sich Sympathien bei uns Caollaidhe-Kindern zu sammeln. Er konnte sich vor Personen, die ihn kennen lernen wollten, nicht retten. Dass er ihnen entflohen war und relativ ruhig wirkte, war da ein Wunder.

„Gerne, Sir“, nickte ich lächelnd und knickste vor ihm, bevor ich seine ausgestreckte Hand entgegennahm. „War Ihre bisherige Gesellschaft angenehm?“

„Ich gehe ja davon aus, dass ich so einen Ansturm über mich ergehen lassen muss, weil mich keiner der Schüler kennt“, antwortete Nael und wählte zu der Jazzmusik, die gespielt hatte, einen Slowfox.

„Ich hab‘ mich inzwischen schon dran gewöhnt. Als Kinder von Caollaidhe ist man so was wie die Elite hier. Dabei gibt es auch einige Schüler hier, die zu verschiedenen Königsfamilien gehören.“

Danach schwiegen wir, denn die Tanzfläche füllte sich und es wurde schwieriger, ein Gespräch miteinander zu führen. Außerdem musste ich mich auf die Schritte konzentrieren. Nach dem Lied wurde eins gespielt, zu dem man eher den langsamen Walzer tanzen konnte, doch Nael blieb auch bei den folgenden Tänzen beim Foxtrott. Nael und ich hatten gerade die Tanzfläche verlassen, als auch schon die Zeit gekommen war, dass ich einen der Tänze übernahm, für die gespendet worden war.

50 Euro zahlte ein Mr. Miller, um mit mir einen langsamen Walzer zu tanzen. Es war ein Mann mittleren Alters, der aber Ahnung vom Tanzen zu haben schien. Seine Führung war sicher und angenehm. „Vielen Dank für den angenehmen Tanz“, bedankte ich mich bei Mr. Miller, als er mich von der Tanzfläche führte.

„Ich bedanke mich ebenso“; nickte Mr. Miller, als Rayk neben mich trat. Wie alle anderen Lehrer hatte auch er inzwischen eine Maske angezogen, ich erkannte ihn aber dennoch.

„Schenkt ihr mir euren nächsten Tanz, werte Lady?“, fragte er mich mit einem Lächeln in seiner rauen Stimme und verbeugte sich leicht vor mir.

„Tut mir leid, aber ich muss dankend ablehnen Sir“, antwortete ich und knickste vor ihm.
Rayk hatte bis jetzt mit keiner Schülerin… mit überhaupt niemanden getanzt, sondern alle Angebote, so wie ich das gesehen hatte, direkt abgelehnt. Er hatte auch nicht mit der durchaus fesselnden Begleitung getanzt, die seit einiger Zeit an seiner Seite war.

Viele hatten versucht, das bestmöglichste aus dem Motto – Feuer und Eis – zu machen. Es gab einige seltsame Farbkombinationen, doch die Kleider waren entweder blau oder rot. Doch das Kleid das die Frau anhatte, war atemberaubend schön. Es war sowohl vorne, als auch hinten tief geschnitten und an den richtigen Stellen mit Schneeflocken und Eiskristallen bedeckt. Genauso wie ihr Kleid, war auch ihre Maske in einem eisblauen Ton gehalten und verdeckte gut ein Drittel ihres Gesichts.

Wenn ich jetzt zuließ, dass er mit mir seinen ersten Tanz hatte, würde wieder das Thema aufkommen, dass die Kinder von Caollaidhe bevorzugt wurden. Es war schon so schwer genug für mich, dieser Anziehungskraft, die Rayk auf mich ausübte, zu widerstehen. Wenn das Ganze aber noch mit Gerüchten untermauert wurde, konnte ich direkt den Kurs abwählen. Dabei machte er mir wirklich Spaß, auch ohne Rayk.

Rayk schaute mir einen Moment in die Augen, wollte wahrscheinlich sehen, was ich fühlte. Dann verbeugte er sich wieder. „Wie Ihr wünscht.“

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging zurück zu seiner Begleitung. Die wartete, mit einem hochgewachsenen Mann in einer schwarzen Maske, an einer der Stehtischen beim Eingang. Sie sagte irgendwas und die beiden fingen an zu lachen. Obwohl ich nur seinen Rücken sah, wusste sei anhand seiner Körperhaltung, dass auch Rayk lachte. Das versetzte mir einen Stich.

„Alles in Ordnung, kleine Schwester?“, fragte Nael, der neben mich trat, und reichte mir ein Glas Punsch.

„Ja, wieso?“, fragte ich und drehte mich zu ihm. „Alles bestens. Warum tanzt du nicht mal mit Luna? Sie hat heute Mittag von nichts Anderem geredet.“

„Glaub ja nicht, dass du mich so schnell vom Thema abbringen kannst“, verzog Nael das Gesicht. Am Funkeln seiner Augen sah ich ganz deutlich, dass es ihm nicht gefiel, wie ich ihm auswich. „Ruh dich ein bisschen bis zu deinem nächsten Tanz aus – es wird gerade fleißig darauf geboten.“

„Sei nicht so überfürsorglich, Nael“, schmunzelte ich und gab ihm ein Stups in Richtung Luna, die gerade an uns vorbeiging. „Na los.“

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