Veröffentlicht in Creative, Unsortiert

#41 – Bonusgeschichte Kalahari

Hier auch für alle, die mir nicht auf Twitter folgen 🙂

Eine kleine Vorschau auf die Bonusgeschichte von Kalahari.

Viel Spaß beim Lesen!

„Shina, nein!“, rügte ich die schwarzweiße Maine-Coon-Katze, die auf die Anrichte gesprungen war und sich am Hähnchenfleisch, dass ich bereits vorbereitet hatte, gütig tun wollte. Durch meinen Ausruf verhinderte ich jedoch nicht, dass sie sich ein Stück Fleisch schnappte und damit aus der Küche jagte.

Ich ging ihr einige Schritte hinterher und rief hoch in den Flur: „Elian, füttere endlich mal die Katzen, bevor ich Essen mache!“

Im selben Moment, da ich mich wieder zurück in die Küche verziehen wollte, hörte ich, wie die Haustüre aufgezogen wurde. In dem Wissen, dass die Soße auch einige weitere Momente unbeaufsichtigt sein konnte, blieb ich im Türrahmen stehen.

Seine Miene war finster und passte nicht so richtig zu seinem Erscheinungsbild. Er war in legere Jeans, wie immer, gekleidet, das er heute mit einem weißen T-Shirt kombiniert hatte. Darunter zeichneten sich seine Rippentattoos deutlich ab, wurden jedoch halb von seinem Schulterholster verdeckt. Neben den beiden Pistolen, die in ihm steckten, gab nur der kleine Stern an seinem Gürtel, der die Außenseite seines Dienstausweises schmückte, Hinweis darauf, dass Rain bei der örtlichen Polizei arbeitete.

„Hey, ich denke, du kommst erst um 10“, begrüßte ich ihn mit einem Kuss auf die Wange und versuchte zu ignorieren, dass er nicht bester Laune war. Wahrscheinlich war wieder mal irgendwas auf der Arbeit schiefgelaufen. „Essen ist in einer viertel Stunde fertig.“

„Es… kam was dazwischen, deswegen bin ich hier. Ärger mit Elian?“, fragte Rain und zog ein wenig die Stirn kraus, bemühte sich aber um einen neutralen Gesichtsausdruck. Was immer auch es war, dass ihn verärgerte. Es würde nicht mehr lange dauern, bis ich es erfuhr.

„Shina war nur wieder in der Küche und hat sich was vom Fleisch geholt“, erwiderte ich mit einer abwertenden Bewegung und ging wieder zurück zum Herd. „So sehr ich Tiere mag – wenn Elian weiter hier wohnen will, muss er ihnen endlich Manieren beibringen.“

„Das übliche Chaos also“, bemerkte Rain und setzte sich an den Küchentisch. Im nächsten Moment sprang Mai auf seinen Schoß und fing an zu schnurren. Auch Shina, als hätte sie ihn gehört, kam erneut in die Küche, lief dieses Mal jedoch auf Rain, statt dem Fleisch, das immer noch offen auf der Anrichte lag, zu.

„Ich kann echt nicht verstehen, warum sie dich mögen“, schüttelte ich den Kopf und wandte mich dem Essen zu.

„Vielleicht, weil ich sie nicht bei jeder Gelegenheit aus der Küche scheuche?“, lächelte Rain und verteilte seine Aufmerksamkeit auf beide Katzen. Daraufhin stand die eine der anderen im Schnurren nichts nach.

„Ich mag sie ja und das wissen die beide auch. Immerhin bin ich die einzige, die ihnen regelmäßig ihr Futter hinstellt“, protestierte ich. „Nur müssen sie sich angewöhnen, von einigen Dingen fernzubleiben.“

„Sie haben Julian gefunden“, sagte Rain plötzlich unvermittelt.

Ich ließ fast den Kochlöffel fallen, mit dem ich eigentlich gerade die Soße hatte abschmecken wollen. So tropfte die Soße auf den Boden, während ich mich erschrocken zu ihm umdrehte.

„Wie… was!?“, stieß ich aus, nachdem ich wieder meine Sprache gefunden hatte.

„Sie haben Julian gefunden. Er ist in Gewahrsam“, wiederholte Rain seine Worte ruhig. Trotzdem konnte ich an seiner Tonlage erkennen, dass ihm das ganz und gar nicht passte.

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