Veröffentlicht in Creative, Unsortiert

#43 Bonusgeschichte Kalahari – II

Heute gibt es noch ein letztes Mal einen Auszug aus der Bonusgeschichte von Kalahari.

Hier auch schon mal ein kleiner Hinweis:

die Story wird zunächst nur in Verbindung mit SHI erhältlich sein!

 Sichert euch also euch sobald wie möglich (Anfang März zur Vorbestellung erhältlich, weitere Infos folgen in den nächsten Tagen), damit ihr Zugang zu dieser wunderschönen Fortsetzung von Kalahari habt. 🙂 😉

Viel Spaß beim Lesen!

                     Kalte Luft kam durch die geöffnete Terrassentür und ließ sie leise im Zug quietschen. Sie musste schon einige Zeit offen stehen, denn als Rain die Decke zur Seite schlug, spürte er schlagartig, wie eine Gänsehaut sich über seinen Körper zog. Auch ohne, dass er die Matratze neben sich abtastete, wusste er, dass Mer nicht neben ihm lag.

Rain seufzte und griff nach einem T-Shirt, das immer griffbereit neben seinem Bett lag. Für solche Momente. Zwar war es in den letzten Monaten ruhiger in Kalahari geworden, doch die üblichen Straftaten waren allmählich wieder angestiegen. Daneben bestand noch die Kooperation mit der Polizei in Carcesa, die ihn des Öfteren nachts um Mithilfe baten.

Spätestens jetzt, da die Kälte ihm empfing, wusste er, dass es ein Fehler gewesen war, ihr von zu erzählen. Er hätte bis morgen warten sollen; sie brauchten beide dringend ihren Schlaf. Es hatte so lange gedauert, bis Mer mal eine Nacht ohne Alptraum erlebt hatte.

Auf der anderen Seite hätte Mer es ihm kaum abgenommen, dass alles in Ordnung war, wenn er eine solch miese Laune hatte und zudem noch früher von seiner Schicht nach Hause kam. Doch er wollte derjenige sein, der er es ihr erzählte, die Meldung an die Medien war eine Stunde nach seiner Ergreifung rausgegangen. Darüber hinaus hatte er sich von Anfang an geschworen, Mer nie zu belügen. Julien hatte das getan und Mer damit fast zerstört.

Rain fröstelte es alleine schon bei dem Gedanken, dass Mer sich mehr als fünf Minuten in dieser Kälte draußen aufhielt. Auf dem Weg dorthin griff er deshalb nach einer von ihren Wolljacken.

Die Tür in diesem Raum führte direkt in den weitläufigen Garten hinaus, dennoch musste Rain sie nicht lange suchen. Sie saß mit angezogenen Knien unweit der Tür auf der Hollywoodschaukel, die sie gemeinsam vor wenigen Wochen aufgestellt hatten. Der Wind hob ihre Haare hoch, die in den letzten Monaten wieder ein wenig länger geworden waren.

Inzwischen hatte er sich daran gewöhnt, sie vielleicht nie mehr wieder mit dem langen, sorgfältig geflochtenen Haar zu sehen. Doch an manchen Tagen vermisste er es. Mer hatte ihre Haare gepflegt, sodass sie in jedem Zustand wunderschön ausgesehen hatten, Tag wie Nacht. Ihre jetzige Frisur stand ihr zwar auch, ließ sie aber in solchen Momenten wie jetzt, in denen sie verloren in den Himmel schaute, fremd erscheinen.

Rain legte ihr die Wolljacke um die Schultern und nahm sie in den Arm. Anders, als am frühen Abend, ließ Mer jetzt die Umarmung zu. Es war also wirklich nur der Schock über seine Nachricht gewesen, der eine abweisende Mauer um sie gebaut hatte.

„Es erschreckt mich. Ein Jahr. Doch alleine das Wissen, dass er wieder aufgetaucht ist… Eigentlich hatte ich gehofft, es wenigstens ansatzweise verarbeitet zu haben“, begann Mer irgendwann, als Rain der Hollywoodschaukel einen kleinen Schubs gab und sie dadurch sanft hin- und herwiegte. „Es war ein bisschen Chemie und Gedankenlosigkeit. Eine Lüge, der ich mir vom ersten Moment an bewusst war.“

„Das ist nicht wahr und das weißt du auch.“

Mer seufzte und lehnte sich mit dem Kopf gegen seine Schulter. „Egal, aus welchem Blickwinkel du es betrachtest: es war eine Lüge.“

Rain wusste, dass Mer diese Tatsache nicht leugnen durfte, damit sie beginnen konnte, alles zu verarbeiten. Doch solange sie es nicht einsah, machte es keinen Sinn, weiter darüber zu reden.

„Gut, dann ist es nicht wahr“, sagte er deshalb, konnte sich einen kleinen Seitenhieb jedoch nicht verkneifen. „Dann dürfte es dir auch nichts ausmachen, ihn zu treffen. Oder an ihn zu denken. Das tut es aber.“

Mer warf ihm einen bösen Blick zu, bevor sie sich wieder dem Himmel und den vielfältig funkelnden Sternen zuwandte. „Ich komme mir so dumm vor. Die Zeichen waren da, ich hätte sie nur viel früher richtig deuten müssen. Ich habe den scharfen Intellekt meiner Eltern geerbt, warum ist mir das bloß entgangen?“

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