Veröffentlicht in Creative, Unsortiert

#46 Dauerprojekt III

Hier nochmal was 🙂

Wie schon zuvor erwähnt, liegen mir ein großer Teil der Szenen aus dem Dauerprojekt noch lange nicht in der Endfassung vor. Deswegen ist es ja auch mein Dauerprojekt .)

Viel Spaß beim Lesen!

PS: Auch, wenn der Name es nicht vermuten lässt – Julien ist eine Frau 🙂

Die Migräne hatte sich bereits heute Morgen beim Aufstehen bemerkbar gemacht. Doch da hatte ich den Schmerz einfach beiseite geschoben und mit einem ordentlich starken Kaffee betäubt. Ich wusste, dass das nicht lange halten würde, jedoch gab es viel zu viel zu tun, als dass ich mich einen ganzen Tag in einem abgedunkelten Zimmer ins Bett legte.

Am frühen Abend auf dem Weg in die Aula, zur Probe, zeigte mein Körper mir einmal mehr, dass das eine schlechte Idee gewesen war. Nicht nur von den Anstrengungen der letzten Stunden pochte und klopfte mein Kopf. Die Lichtempfindlichkeit meiner Augen war längst zu einem unerträglichen Maße angestiegen. Noch die Stunde in der Aula, dann würde ich mich von Noah nach Hause fahren und nicht vor morgen Abend mein Bett verlassen.

Voll mit den Gedanken beschäftigt, mich zusammenreißen zu müssen, kam es vollkommen unerwartet für mich, als ich plötzlich zur Seite, in den Schatten gezogen wurde. Zwischen die kleine Lücke der aufgestellten Metallspinde, die kaum Platz für zwei Personen bot.

„Mann, Kaden, erschreck mich doch nicht so!“, maulte ich in mit freundlicher Stimme an, als ich ihn erkannte, und schloss kurz die Augen. Diese Blitzaktion hatte meinem Kopf so gar nicht gut getan.

„Du siehst gar nicht gut aus“, sagte Kaden besorgt und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.

„Alles in Ordnung, ich bin nur ein bisschen müde“, schüttelte ich leicht den Kopf und lehnte mich gegen ihn. Viel Luft war zwischen uns eh nicht, wenn mehr als ein Blatt Papier dazwischen passte, würde ich mich schon arg täuschen. „Vielleicht hab ich auch einfach nur schlecht geschlafen.“

„Du siehst echt nicht gut aus. Sollen wir die Probe heute ausfallen lassen?“, hakte er nach. „Dann kannst du schon heim…“

Ich schüttelte wieder den Kopf. Uh, das sollte ich nicht mehr oft machen. Jedes Mal hämmerten meine Kopfschmerzen noch einen Tick stärker. Vielleicht sollte ich doch noch eine Kopfschmerztablette holen… „Nein, lass mal. Wir haben nur wenig Zeit und müssen das alles auf die Reihe bekommen. Wir können uns das nicht erlauben, wegen Kleinigkeiten die Probe ausfallen zu lassen. Dann brauchen wir es erst gar nicht zu probieren.“

Mit einer leichten Drehung befreite ich mich aus der Umarmung von Kaden, in der ich durchaus noch länger hätte verweilen können. Es tat gut, von ihm umarmt zu werden. Doch dafür hatten wir keine Zeit. Außerdem konnte ich mich, nach all den Wochen, immer noch nicht daran gewöhnen, dass die Beziehung zwischen uns sich praktisch um 360 Grad gewendet hatte. Es war nicht, dass wir uns vor den anderen verstecken mussten, aber ich wollte, dass wir uns beide wirklich sicher über das Verhältnis zueinander waren, bevor die andren sich über uns zerreißen konnten. Kaden schien ähnlich zu denken, sonst hätte er mich nicht zur Seite gezogen. „Lass uns reingehen. Die anderen warten bestimmt schon auf uns.“

Kaden seufzte und folgte mir aus der kleinen Nische heraus. „Weißt du, Julien, manchmal benimmst du dich einfach viel zu erwachsen.“

Ich zuckte mit den Schultern und betrat die Aula. „Wer denn sonst, wenn nicht ich?“
Doch einen bitteren Beigeschmack hatte das ganze schon. Wenn ich nur einmal auf meine Gefühle hören würde…!

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