Veröffentlicht in Allgemein, DailyLife, Schottland

Rowardennan – Inverarnan

Tag 3 der Bewanderung des West Higland Ways.
Wie im Beitrag zum gestrigen Tag bereits angekündigt, habe ich die heutige, 23 Kilometer lange, Tour ausgelassen. Wenn du das auf englisch beschreibst, warum, hört sich das eigentlich viel cooler an 🙂 „An old injury is acting up.“

Fakt ist, dass die letzten beiden Tage für mein linken Fuß, besser gesagt meine linke Ferse, nicht gerade ein Fest gewesen waren.

Achtung, wer so etwas nicht lesen kann überspringt den Abschnitt bitte!!!
Seit 2013 begleitet mich an der linken Ferse eine ca. 5 Zentimeter lange Narbe, unter der das Muskelfleisch nie wieder richtig so zusammengewachsen ist, wie es vorher war. Dadurch steht die Region um die Narbe ein bisschen weiter hervor. Wer wissen will, wie ich zu dieser tollen Narbe kam (ist echt ne Story wert, die selbst die Krankenkasse überrascht hat), bitte kommentieren 🙂
Gerade das war das Problem. Die Schuhe passen echt super, doch durch das ständige Auf und ab gestern hat der Körper sich auch so seins gedacht und da Wasser eingelagert. Nicht so blasenmäßig, sondern so als Art Beule unter und über der Narbe. Tut weh, wie, als hätte man einen blauen Fleck an der Stelle (und fühlt sich auch so an, wenn man mit dem Finger drüber geht).

Zusätzlich zu der normalen Anstrengung gestern setzten dann auch die Schmerzen dort ein. Da ich in der Region um die Narbe normalerweise nichts spüre, bis es richtig schlimm ist, konnte ich dementsprechend am Ende des Tages knall auf Fall nicht mehr gehen bzw. nur noch unter großen Schmerzen. Ich war total froh, als wir vom Pub zurückkamen, ich unter die Dusche und dann ab ins Bett konnte.
Heute Morgen hat sich dann meine Bekannte, mit einem Lunchpaket ausgerüstet, um 8.30 Uhr auf den Weg gemacht, während ich schön gechillt frühstücken konnte. Normalerweise muss man das B&B spätestens um 10 Uhr verlassen, da mein Bus aber erst um 10.39 Uhr 2 Minuten vom B&B entfernt fuhr, redete ich mit der sehr netten Herbergsmutter, dass ich noch ein bisschen da bleiben konnte.

Die Zwischenzeit habe ich mir mit Schulsachen totgeschlagen, die ich nicht umsonst mitgenommen haben wollte. An die setzte ich mich dann auch wieder in Balloch, als ich die erste Etappe meiner Busreise hinter mir hatte. Der Bus von Balloch fährt – was ich da erst erfahren habe – um 10.53 und um 15.53 Uhr. In Balloch angekommen bin ich aber schon um 11.01 Uhr. Was tun?

Die Gastmutter, die mir auch einen kleinen Plan gezeichnet hat, hatte mir erklärt, dass es unweit von der Haltestelle (in Wahrheit 35 Minuten) ein McDonalds gibt. Und wo kann man besser seine Zeit verbringen ohne doof angeglotzt zu werden, wie im Mc Donalds?

Für umgerechnet irgendwas mit 2,50 Euro gab es da heute einen typischen Maces-Wrap mit einer 0,2l Cola, die ich mir für den Preis natürlich bestellte. So war dann auch die passende „Ausrede“ da, einen Tisch zu belegen und mein Mittagessen war gesichert.

Hier wartete, schrieb, aß und las ich dann bis um viertel vor 3 und machte mich dann auf den Weg zur Bushaltestelle. Inzwischen ging es meinem Bein auch wieder besser (haha, ich hatte auch normale Schuhe an und bin nicht so viel gelaufen), sodass ich eigentlich in einer relativ normalen Geschwindigkeit voran kam. In der Zwischenzeit hatte ich gefühlte 2 Millionen mal auf das Handy geschaut und mir die Route herausgesucht. Hätte ich den Bus um 15.53 Uhr nicht bekommen, wäre das eine ziemlich komplizierte Odyssee geworden.

Aber ich bekam ihn und landete so 44 Minuten später in Inverarnan, wo das kleine aber echt schöne Rose Cottage auf uns wartete. Besser gesagt auf mich, denn als ich ankam, war meine Begleiterin noch nicht da. Und das, obwohl und vielleicht gerade deswegen, wo es doch in Strömen schüttete! Nach zwei Tagen Sonnenschein kam endlich der schottische Regen, der mir so groß angekündigt wurde.

Lange musste ich jedoch nicht auf sie warten, ca. 10 Minuten später trudelte sie auch ein und sprang durchnässt ins Bad. Nachdem sie fertig umgezogen war, ging es ins „Drovers Inn“, ein sozusagen Ur-Pub, das es schon seit 1705 gibt. Aus der Zeit stammt wohl auch die Einrichtung 😉

Das Essen war dort echt lecker und reichhaltig und da eine Liveband ihre Instrumente aufbaute, bestellten wir uns noch ein dann sehr üppiges Dessert (ich hab so Hirnfrost bekommen^^). Da die Musik jedoch nicht so berauschend war, entschloss ich mich, doch lieber zurückzukehren und diesen Beitrag zu schreiben, damit ich ihn nicht wieder verschieben muss 🙂

Morgen geht es dann von Inverarnan nach Tyndrum, 20 Kilometer. Ich bin gespannt!

P.S.: Es regnet immer noch 🙂 Das perfekte Geräusch zum Einschlafen 🙂

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