Veröffentlicht in Allgemein, DailyLife

#55 Thoughts and Troubles – Teil I (Daily Life)

Heya 🙂

In diesem und dem nächsten Beitrag erfahrt ihr, was mich im Moment so beschäftigt bzw. durch den Kopf geistert und was für Auswirkungen das so auf mein aktuelles Leben hat.

Da es ziemlich viel ist, habe ich das in zwei Bereiche aufgeteilt: Daily Life und Kreative.

Wer jetzt nicht unbedingt darauf steht, einen langen Text über meine gefühlten Unzulänglichkeiten zu lesen, darf gerne sich mit dem nächsten, kreativen befassen 🙂

Viel Spaß beim Lesen 🙂

Prüfungen

 

Wie ihr wisst, habe ich praktisch ein Jahr Auszeit genommen, und mache gerade mein Fachabitur, Richtung Wirtschaft. Die Prüfungen dafür stehen praktisch vor der Tür und ich kann einfach noch nicht fassen, dass die Zeit so schnell vorbei ist. Mir kommt es wie gestern vor, als wir mit den Lehrern über gute Halbjahresnoten gefeilscht haben, da mit denen im kommenden Halbjahr weitergerechnet wird. Und jetzt ist schon Anfang Mai und in einigen Fächern stehen bereits die Vornoten fest bzw. haben diese mitgeteilt bekommen.

Nächste Woche um die Zeit habe ich schon die Deutschprüfung hinter mir. Um die habe ich mir von Anfang an nicht so wirklich Sorgen gemacht. Als Themenauswahl stehen von textgebundene Erörterung, Interpretation einer Kurzgeschichte oder eines Textausschnitts aus der Lektüre fest. Zugegeben, unsere Lektüre ist ein wenig gruselig (E.T.A. Hoffmann – Der Sandmann) und für mich echt in weiten Teilen super unlogisch, aber ich wusste auch vor Rückgabe der Klassenarbeit, dass ich das Thema in der Prüfung wähle. Einfach, weil ich mit Interpretationen von Textstellen besser zurecht komme, wenn ich weiß, wie es ausgeht.

Nachdem unsere Deutschlehrerin immer wieder gesagt hat, dass wir uns auf zwei Bereiche für die Prüfung vorbereiten & dann entsprechend den Bereich in unserer letzten Klassenarbeit wählen sollen, habe ich mich am vergangenen Mittwoch für die Kurzgeschichte entschieden. Bei der textgebundenen Erörterung steht und fällt alles mit dem Thema – wenn du damit nicht klarkommst, hast du verloren. Das ist einfach ein Risiko, das ich nicht eingehen wollte und auch in der Prüfung nicht will. Jedoch hat mir diese Klassenarbeit deutlich gezeigt, wie schlecht ich eigentlich im Interpretieren bin 😦

Wir haben sie zwar noch nicht zurück, aber in einem kurzen persönlichen Gespräch mit der Deutschlehrerin am Freitag habe ich erfahren, dass ich mal wieder voll nebens Ziel geschossen habe. Es gab ein Punkt in der Geschichte, der mich ein wenig gestört hat (die Farben) aber ich hatte einfach nicht genügend Zeit, mich mit ihr zu befassen, da wir nur 90 Minuten angesetzt hatten & eigentlich eine komplette Charakterisierung der Person, Zusammenfassung und Analyse angesagt war. [Wen es interessiert: es war die Kurzgeschichte „Im Spiegel“ von Margret Steenfatt.]

Jetzt knabbern halt die Zweifel an meinen Gedanken, ob es wirklich so klug ist, die Kurzgeschichte als Ausweichthema für die Prüfung zu nehmen. Mir hat es in der Klassenarbeit voll gereicht, dass ich eine 3+ bekommen habe, da ich durch meine gute Mitarbeit noch auf eine 2 gekommen bin. Aber die Prüfung zählt 50% der Note. Wenn ich die in den Sand setze, weil ich mit dem Textausschnitt für die Lektüre nichts anfangen kann, kann ich meine gute Note echt vergessen. Und ich finde nicht, es sieht toll aus, wenn man sich nicht nur verschlechtert, sondern auch eine „befriedigend“ in Deutsch auf dem Zeugnis hat, wenn man eigentlich gut Deutsch kann (ich meine jetzt so Rechtschreibung, Grammatik, Ausdrucksweise und so n Kram).

 

Um die Englischprüfung, die am Donnerstag folgt, mache ich mir so keine Sorgen. Unsere letzte Klassenarbeit wurde nach dem Bewertungsschema der Prüfung beurteilt und mit dem Ergebnis war ich zufrieden. Erstaunlicherweise bin ich das ganze Jahr sehr gut durchgekommen und viel besser, wie ich mich am Anfang eingeschätzt hatte. Hat halt eben doch geholfen, dass ich in der Ausbildung angefangen habe, TV-Serien und Bücher auf Englisch zu schauen/lesen. Witzigerweise geht das inzwischen sogar soweit, wie in meinem Urlaub in Schottland, dass ich sogar beginne, auf Englisch zu träumen 😉

 

Danach folgen leider die beiden Prüfungen, die mich am meisten im Moment fertig machen: Mathe (Freitag) und BWL (Dienstag).

Bei BWL liegt das einfach daran, dass ich das ganze Jahr Bulimie-Lernen praktiziert habe. Während der Ausbildung habe ich schon echt nichts mit BWL anfangen können und verstehe echt nicht, dass die BWL-Studien hoffnungslos überlaufen sind. Total trockener Stoff, zu viel Theorie, keine wirkliche Praxisanwendung. Kein Wunder, dass man bei den meisten Unternehmen das Gefühl hat, erst einmal ordentlich aufräumen zu müssen, damit es nicht nur effektiver, sondern auch kostensenkender läuft. Ist übrigens in vielen Verwaltungen ebenso.

Hier war es mir einfach wichtig, dass ich eine gute Vornote bekomme, da ich mit Sicherheit die Prüfung sowas von vermasseln werde. Dem hat einer meiner BWL-Lehrer mir so richtig einen Strich durch die Rechnung mit der letzten Arbeit gemacht. Für die hatte ich echt verdammt viel gelernt und trotzdem wurde es nur eine 4. Dadurch ist meine Gesamtnote in BWL um eine Note heruntergerutscht und damit viel tiefer, wie ich es geplant hatte. Meine angestrebte Note kann ich nur mit einer guten Prüfung noch erreichen aber ob ich das schaffe, steht echt in den Sternen.

In Mathe war von Anfang an echt der Wurm drin. Ich bin vom ersten Tag nicht mit der Lehrweise unserer Lehrerin klar gekommen. Dementsprechend ist meine Mathenote im Vergleich zur Realschule um inzwischen 2 Noten sicher abgesagt und einfach etwas, was mich total fertigmacht. Neben dem Schreiben besteht meine Welt einfach aus Zahlen. Ich kann mir 13-stellige Nummern viel besser merken, wie Namen und hab deshalb noch so viele Daten von der Arbeit noch im Kopf, obwohl sie echt nutzlos sind.  Meinen Charas gebe ich übrigens auch Nummern 😊

Natürlich kann man das jetzt als Ausrede werten, doch es hat mir das Lernen für Mathe ungemein schwer gemacht und tut es jetzt noch. Obwohl ich das hätte schon viel früher machen müssen, habe ich mich am Freitag endlich hingesetzt und bin meine Unterlagen durchgegangen, hab sie sortiert und mir die wichtigsten Punkte markiert bzw. herausgeschrieben. Wenn ich mir die Sachen/alte Unterlagen so anschaue, dann habe ich schon das Gefühl, dass ich das kann. Aber wenn ich dann mal den Zettel mit dem „Schema“ beiseitelege, dann ist einfach nur dunkle Schwärze in mir.

 

Mir ist schon bewusst, dass ich hier nahe am höchsten Niveau jammere. Wie sagt eine gute Klassenkameradin und Freundin von mir: „Über deinen (Noten)Schnitt brauchst du dich echt nicht beschweren“.

Ja, im Vergleich zu ihr, wo die bestandene Prüfung ein bisschen auf der Kippe steht, stimmt das schon irgendwie. Selbst, wenn ich in allen Prüfungen jetzt eine 4 oder hinlegen würde, was hoffentlich nicht passiert, dürfte ich gerade noch meinen angestrebten Notenschnitt von 2,5 erreichen. Aber ist das ein Grund, warum ich mir keine Sorgen machen darf? Nach meinem Gefühl ist es schwerer, der Druck härter, dem man sich selbst aussetzt, wenn man gute Noten hat. Jeder will die halten. Jeder tut dafür alles.

Ich habe mir von Anfang an gesagt, dass das hier ein Jahr Auszeit ist. Dass ich nicht so viel Energie in die ganze Sache stecken will. Inzwischen spüre ich richtig, dass das die richtige Entscheidung war. Ich hatte nach dem Chaos und dem Drama auf der Arbeit einfach keine Kraft mehr und das merke ich jetzt, wo sie langsam zurückkommt, erst richtig. Aber ich weiß einfach, dass ich das besser kann, als es jetzt in den letzten Wochen gelaufen ist.

Ein bisschen bin ich das selbst schuld, weil ich mich nach dem Halbjahreszeugnis ein bisschen auf den guten Noten ausgeruht habe und eigentlich zu spät mit dem Lernen angefangen habe. Wenn ich daran denke, dass ich bei meiner Ausbildung 8 Monate vorher angefangen habe, alles zusammenzutragen, auf Band aufzunehmen & mir dann in den letzten drei Monaten praktisch rund um die Uhr angehört habe… dann bekomme ich den Horror.

Damals war das Ergebnis nach der ganzen Lernerei nicht so wirklich prickelnd. Wie soll das jetzt werden, wo ich so gut wie gar nichts für die Prüfung getan habe? Natürlich habe ich mich mehrmals hingesetzt, aber wirklich hängen geblieben ist nicht wirklich was. Und dabei haben wir nur noch eine Woche bis zur Prüfung.

 

Arbeitsplatz/Jobsuche

Am Anfang der Schule war ich noch ganz heiß darauf, nach dem Jahr studieren zu gehen. Ich wurde von meiner alten Arbeit bis September durch geschicktes Legen von Urlaub und Überstunden bezahlt und hatte im September/Oktober noch meinen Nebenjob auf dem Oktoberfest, der mir auch einiges eingebracht hat (vor allen Dingen viel Ärger, aber das steht auf einer anderen Karte). Dadurch hatte ich einiges auf der hohen Kante, wo einem Studium eigentlich nichts im Weg stand. Vor allen Dingen, weil ich ja nach dem Jahr auch Bafög beantragen konnte und ich in etwa schon ein Studienfach ins Auge gefasst hatte.

 

Inzwischen bin ich überzeugt, dass ich mich einfach von den Gedanken und Erwartungen von anderen habe mitreißen lassen. Nur, weil man Abitur hat, muss man nicht studieren gehen. Der eine oder andere wird sagen, dass dann das Jahr vollkommen umsonst war, was ich aber nicht finde. Nur, weil ich jetzt nicht studieren gehen will, heißt das nicht, dass ich es nie werde. Vor allen Dingen vergessen diese Menschen auch, warum ich überhaupt dieses Schuljahr mache: weil ich dringend eine Auszeit brauchte und nicht ein Jahr meines Lebens verschwenden wollte.

 

Für mich bedeutet das ab Juli deshalb idealerweise, dass ich eine neue Stelle habe. Nachdem ich mich seit November/Dezember schon mal langsam umgeschaut habe, gingen die ersten Bewerbungen Ende März/Anfang April raus. Dadurch, dass bei einigen die Bewerbungsfrist bis Ende April ging, ist es natürlich, dass man nicht so schnell Rückmeldung bekommt. De facto habe ich 7 Bewerbungen geschrieben und bis jetzt nur eine Rückmeldung, dass meine Bewerbung eingegangen ist, bzw., dass ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen bin.

Das erinnert mich ein bisschen an 2014, wo ich vor dem riesigen Chaos auf der Arbeit schon mal versucht hatte, was Anderes zu bekommen. Da habe ich echt eine Bewerbung nach der anderen geschrieben, wurde auch zu Gesprächen eingeladen, aber am Ende nicht genommen. Nach der vierten oder fünften enttäuschenden Absage habe ich es damals gelassen, weitere Bewerbungen zu schreiben und dann kam auch die wohl härteste Zeit auf der Arbeit, die es mir dann sowieso beinahe unmöglich gemacht hat. Wenn ich jetzt sehe, wie sie meine Nachfolgerin behandelt haben, als die früher abspringen wollte, bin ich jetzt irgendwie froh, dass ich damals nichts gefunden habe.

Aber damals ‚brauchte‘ ich auch nicht wirklich eine neue Arbeitsstelle. Jetzt schon. Was ist, wenn es jetzt genauso ist?

Wer mich aus dem RL kennt, wird jetzt wohl die Stirn kraus ziehen. Üblicherweise stehe ich auch hinter meinem Selbstbewusstsein, dass ich an den Tag lege. Aber wenn es hierum geht, bin ich ganz schnell wieder der kleine Mann mit Hut und verliere total mein Selbstbewusstsein. Das lässt mich wieder an meinen Menschenkenntnissen zweifeln. Immerhin hatte ich bei den letzten Vorstellungsgesprächen eigentlich immer ein gutes Gefühl gehabt und es wurde nichts.

 

Mein Plan B steht zwar. Aber ich habe keine Lust, mich jetzt ein weiteres Jahr durch die Schule zu quälen (das würde es nächstes Jahr wirklich werden) und dann mit den selben Gedanken konfrontiert zu werden.

Außerdem will ich wieder arbeiten gehen. Meine Arbeit bzw. der Fachbereich, in dem ich gearbeitet habe, hat mir trotz des eher schwierigen Betriebsklimas echt Spaß gemacht. Aber eine gewisse Angst bleibt doch. Nicht, weil alles neu und anders ist; ich mich von meinen Wurzeln entferne. Das ist nicht das Problem. Es ist die Angst, ob ich wirklich einen Job finde, und auf der anderen Seite, ob dieser mich wirklich wieder Spaß an der Arbeit haben lässt. Oder, ob er mich so auslaugt, wie es die letzten 2 Jahre auf meiner alten Arbeitsstelle getan haben…

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6 Kommentare zu „#55 Thoughts and Troubles – Teil I (Daily Life)

  1. „Nach meinem Gefühl ist es schwerer, der Druck härter, dem man sich selbst aussetzt, wenn man gute Noten hat. Jeder will die halten. Jeder tut dafür alles.“ – so fühlt es sich für mich auch an! Jeder sagt immer: Ach, du schaffst das schon! Du musst dir doch keinen Druck machen! Aber gefühlt habe ich den meisten Druck – und den mache ich mir auch noch selbst.
    Was Mathe betrifft, würde ich dir raten, die Rechenwege auswendig zu lernen. Ich hab auch alles „gekonnt“, wenn ich mir die Lösungen angeschaut habe. Wenn es aber selber ans Rechnen ging, wusste ich meist nicht, wie ich anfangen sollte… Dadurch hab ich mein Matheabi versemmelt…^^‘
    Was die Zukunft betrifft: Kopf hoch! Du wirst sicher etwas passendes finden! Nur nicht aufgeben. Das sage ich mir auch die ganze Zeit, ab nächstem Jahr muss ich dann nämlich auch irgendwie Geld verdienen… 😛

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    1. Ich kann das bald net mehr hören wenn jemand das sagt „ach, du schaffst das schon.“ Wenn ich das würde, dann hätte ich net so Gefühle 🤗

      Meine Vornote in Mathe ist heute doch besser ausgefallen wie ich mir errechnet hatte. Das nimmt ein bisschen den Druck weg – und die heutige Lernrunde mit den Matheverstehern😎 aber danke für den Tipp, was anderes bleibt mir auch net übrig ….

      Ich wünsche für uns beide dann mal gute Chancen und viel Glück. Danke für deine lieben und ermutigenden Worte 😘

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    1. Ich muss auch ehrlich sagen dass ich viel gelernt habe aus der Zeit, was mir jetzt so im Nachhinein erst klar wird. Gebraucht hätte ich die Zeit jedoch trotzdem nicht 😊

      Danke fürs Daumen drücken. Das baut ungemein auf 😚

      LG & auch ne schöne Woche,
      Cari

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      1. Kann das wirklich gut verstehen, habe in meiner Ausbildung auch mit schlechtem Betriebsklima zu kämpfen gehabt, aber habe jetzt den Vorteil dass alles was kommt nur besser werden kann, ich hoffe du kannst das auch so sehen 🙂

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