Veröffentlicht in Kirsten, Creative

#? – Kirsten

Manchmal überlege ich mir wirklich, was ich geraucht oder genommen habe, um so etwas hinzubekommen.

Mir egal, was ihr dazu sagt, aber ich finde es gerade einfach nur hamma.

Viel Spaß beim Lesen.

Man konnte meinen, dass die Welt um uns herum zusammenbrach (so regnete es immerhin), doch uns konnte nichts aus der Ruhe bringen. Nach dem hier definitiv nichts mehr. Chikara antwortete nicht auf meine Schlussfolgerung, nahm mich seinerseits einfach nur in den Arm. Ließ mir die Zeit, die ich brauchte, während er selbst immer noch mit seinen eigenen Gefühlen zu kämpfen hatte.

Als ich wieder insoweit gesammelt hatte, dass ich mich nicht mehr so fühlte, als würde ich jeden Moment in Tränen ausbrechen, löste ich mich ein wenig von ihm und schaute auf. Ließ meinen Blick über seine Gesichtszüge wandern, in dem Versuch, herauszufinden, was er gerade dachte. Doch die einzige Erkenntnis, zu der ich kam, war, dass es sich anfühlte, als würde ich Chikara kennen und dann doch wieder nicht.

Chikaras Augen waren klar wie der Himmel nach einem Sommergewitter. Es war wohl der kurzen Distanz geschuldet, doch ich hatte noch nie gesehen, dass seine Augenfarbe eigentlich nicht als indigoblau beschrieben werden konnte. Vereinzelt sah ich violett scheinende Sprenkel in der Iris. Es hatte was… ja, intimes, das jetzt, in diesem Moment, bei ihm zu entdecken.

Dann begegnete ich seinem Blick und da überflutete mich das Gefühl, einen Chikara vor mir zu haben, den ich nicht kannte. Es war, als würde er mir auf einmal Zugang zu dem Teil in ihm geben, den er immer vor mir verschlossen hatte. Als würde ich ihn zum ersten Mal richtig sehen.

Da verschob sich meine Perspektive. Wir waren noch immer im Park, ich hockte immer noch auf dem Boden, aber es war, als würde ich gleichzeitig uns irgendwie von oben sehen. Beide Bilder verschoben sich zu einem und bildeten ein einzigartiges Gefühl. Ein Kribbeln durchfuhr meinen Körper und machte mir die unmittelbare Nähe, in der ich mich zu Chikara befand, bewusst. Spürte plötzlich seinen warmen Atem auf meinem Gesicht. Sah seinen Mund, der nur wenige Zentimeter, wenn nicht sogar Millimeter entfernt von meinem war. Spürte seine starken Arme, die mich noch immer umfassten; die Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlten.

Ich erschauerte, mehr wegen meiner Gefühle, wie wegen der Kälte, die der Regen mit sich gebracht hatte. Es war, als würde für einen Moment die Zeit stehen bleiben. Mir in all seinen schillernden Farben zeigte, was ich tief in meinem Inneren schon vorausgeahnt hatte.

Dies war der Augenblick, der unsere Freundschaft endgültig verändern würde.

Auf einmal waren alle Zweifel, all meine Unsicherheit wie weggewischt. Alles fühlte sich echt an, obwohl es unwirklich wirkte. Und dann, als hätte jemand uns ein Zeichen gegeben, überwanden wir beide die letzten Millimeter zwischen unseren Lippen und ich schloss meine Augen.

Der Kuss begann zögerlich, als hätten wir beide Angst, etwas zu zerstören. Doch dann wurde Chikara mutiger, intensivierte ihn, schmeckte mit seiner Zunge ganz flüchtig meine Lippen, bevor er sich vorsichtig zwischen sie drängte. Als sie die meine berührte, rückte ich noch näher an ihn heran, wollte ihm so nah sein, wie es ging. Ich ließ meine Hände, die irgendwo auf der Mitte seines Rückens gelegen hatten, nach oben wandern. Über seinen Nacken, hoch zu seinen Haaren, die sich trotz der Nässe, die in ihnen stecke, weich unter meinen Fingern anfühlten.

Auch seine Hände gingen auf Wanderschaft, ich spürte sie über der kühlen Nässe in meinem Nacken, bevor sie sich in meinen Haaren verfingen, die sich aus dem Dutt gelöst hatten. Dort einen leichten Druck ausübten und sein Verlangen unterstrichen, mir ebenfalls nahe sein zu wollen.

Unter normalen Umständen hätte ich bei dem Regen und in dieser Umgebung nicht erwartet, dass ich Chikaras Parfüm roch. Aber ich tat es, auch, wenn es nur ganz fein war. Sofort fühlte ich mich sicherer. Der Geruch symbolisierte Vertrautheit, etwas, was zu Chikara gehörte. Doch da war plötzlich erneut ein Gefühl, das mich buchstäblich durchflutete, dass ich bis tief in die Zehenspitzen fühlte. Mir vollkommen unbekannt doch gemeinsam mit einem Gedanken, den ich zum ersten Mal hatte, einen Sinn ergab: hier fühlte ich mich zuhause. Bei ihm, in seinen Armen. Erschrocken darüber hielt ich in dem, was ich tat, inne.

Sofort hatte ich Angst, dass Chikara es falsch verstand. Doch seine Sinne schienen einen Moment von einem Geräusch abgelenkt gewesen zu sein, dass auch ich jetzt wahrnahm: es donnerte. Noch einmal streiften seine Lippen sanft über meine, bevor er sich löste.

„Wir sollten heim“, erklärte er ein wenig heiser und atemlos.

Ich nickte, ebenfalls außer Atem, und löste mich zögerlich von ihm. So sicher wie es eben mit einem Körper ging, der sich anfühlte, als würde er in Flammen stehen und gleichzeitig aus Pudding bestehen, richtete ich mich auf. Ich musste nicht lange warten, denn kaum, dass Chikara stand, griff er nach meiner linken Hand.

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